Das Alphorn wird wie ein Blechblasinstrument angeblasen. Den Ton machen die Lippen. Sie erzeugen schwingende Luft, die durchs Rohr transportiert wird. Grundlage einer guten Lippenschwingung ist die richtige Atmung.
Von der Atemstütze im Unterbauch getragen, steht der Ton auf der Atemsäule. Die Kraft zum Blasen darf nicht aus dem Hals oder dem oberen Brustkorbbereich kommen. Sie kommt von tief unten, von da, wo nach herzhaftem Lachen einem der Bauch weh tut. Den schönen freien Ton erhalten wir, indem das Mundstück an die schwingenden Lippen angesetzt wird. Das Anpressen des Mundstücks ist die falsche Technik.
Es braucht Geduld und Übung, die Lippenschwingung zu erlernen. Dabei wird die Ringmuskulatur um die Lippen so trainiert, daß sie die schwingenden Lippen hält. Am besten übt man Töne nur mit den Lippen allein, bis auf diese Weise kleine Melodien möglich sind. Die Backen dürfen nicht aufgeblasen werden.
Die Lippen bilden kein Loch, sondern sie sind eine doppelseitige Saite, die in der ganzen Breite des Mundstückdurchmessers schwingen muß. Deshalb das Mundstück in der Mitte der Lippen ansetzen, wo die meiste Kraft vorhanden ist! Aufrecht stehend, mit leicht gespreizten Beinen kann die Atmung gut kontrolliert werden.
Der Anfänger übt zunächst in dem Bereich, in dem er am leichtesten anblasen kann. Dies wird meist die mittlere bis untere Lage sein. Lange Töne, oft und lange geblasen, ergeben bald den schönen schwingenden Klang. Denn kommen kleine Tonsprünge, die sich in den Übungen erweitern und auch rhythmische Steigerungen bieten. Sobald sich Ansatzmüdigkeit einstellt, aufhören, Pause machen oder am anderen Tag weitermachen. Am besten am Ende einer Übephase mit tiefen Tönen die Lippen wieder entspannen.
Immer daran denken: Der Ton entfaltet sein Schwingen wie ein ins Wasser geworfener Stein: schwingen lassen, strömen, singen, hinaustönen.
Schon bald können kleine Duos oder Terzette geblasen werden, die aufmuntern, das schöne Tönen mit anspruchsvolleren Stücken anzureichern.
Es gibt Bläserinnen und Bläser, die je nach dem für die höhere, mittlere oder tiefe Lage begabt sind. Dies läßt sich im Zusammenspiel mit mehreren Alphörnern ideal ausnützen. Allerdings sollte man schon bemüht sein, daß jeder eine komplette Alphornmelodie spielen kann und sich nicht gleich mit dem Spielen einer Ensemblestimme bescheidet.
Die eingeklammerten Töne klingen naturbedingt nicht "rein" und müssen mit Lippendruck ausgeglichen werden.
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